Mama Pilates
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Herzlichen Glückwunsch – endlich Mama!

Lektion 3 Kapitel 3

Die Zeit der Rückbildung

Nach einer Geburt ist erst einmal nichts mehr, wie es war. Nicht nur, dass Du nun in erster Linie Mama bist, auch Deine Muskulatur ist aus dem Lot geraten.

Mein viel seitiges Beckenboden Videoprogramm richtet sich speziell an Mamas nach der Schwangerschaft. Zahlreiche und wohl dosierte Übungen, Inhalte und Informationen in diesem Beckenboden-Power Konzept laden Dich ein, eine zutiefst weibliche Form des Pilates Trainings kennenzulernen. Diese gezielten Übungen unterstützen die natürlichen Mechanismen Deines Körpers in den kommenden Monaten auf dem Weg zurück zu Deiner Figur und einer neu aufgebauten tiefgehenden Beckenboden Kraft. Dieser Körperbereich mit seinem Einfluss auf Haltung, Wohlbefinden, Organtätigkeit, Gefühle und Ausstrahlung kann gezielt über meine Pilates Techniken und Prinzipien harmonisiert und trainiert werden. Dieses sehr zielorientierte Programm bietet Unterstützung für die unterschiedlichsten Bedürfnisse des weiblichen Körpers nach der Schwangerschaft – und es vergisst auch die Seele nicht. Eine sanfte und bewusste Pilates-Praxis mit einer tiefen Verbindung zur inneren Mitte ist daher ein Weg zur Weiblichkeit und zur neuen inneren Zentrumskraft.

Die Zeit der Rückbildung

Erfahrungsgemäß dauert es etwa 4-6 Wochen, bis sich das Leben mit Deinem Kind etwas eingependelt hat. Das trifft sich sehr gut. Denn dann ist der Zeitpunkt gekommen, zu dem Du – im Anschluss an die Wochenbettgymnastik – mit der Rückbildungsgymnastik starten darfst. Aber was bedeutet eigentlich Rückbildung? Was genau bildet sich zurück und was passiert nach der Geburt mit Deinem Körper? 


​Was in Deinem Körper jetzt vor sich geht

​Unmittelbar nach der Ausstoßung der Plazenta, des Mutterkuchens, beginnt bereits die Rückbildung. Die in der Plazenta gebildeten Hormone, wie zum Beispiel Östrogen oder Progesteron, fallen blitzartig ab. Dies bewirkt in der Hypophyse (Hirnhangdrüse) die Bildung von zwei Botenstoffen, die jetzt benötigt werden. Es handelt sich zum einen um das Hormon Prolaktin, das zuständig ist für die Milchbildung, zum anderen um das Hormon Oxytocin, das die Nachwehen fördert und für den Milchfluss sorgt. Aufgrund der neuen Hormonsituation werden nun die folgenden Veränderungen im Körper eingeleitet:

  • Rückbildung der Gebärmutter
    Die Gebärmutter verkleinert sich etwa innerhalb von 12 Tagen durch Kontraktion der Muskulatur und Muskelzellabbau wieder auf Normalgröße.

  • Rückbildung des Bandapparates
    Das Haltesystem der Gebärmutter, bestehend aus verschiedenen Aufhängevorrichtungen, braucht einige Monate Zeit, um sich zu regenerieren.

  • Rückbildung der Beckenboden- und Bauchmuskulatur sowie der bindegewebigen Strukturen
    Die Rückbildungsdauer ist in starkem Maße abhängig vom Geburtsgewicht des Kindes, vom Geburtsverlauf, von der Festigkeit des Bindegewebes und dem Trainingszustand der Muskulatur. Nicht zuletzt spielen auch die genetischen Veranlagungen, die von Frau zu Frau sehr unterschiedlich sein können, eine Rolle. Ein hilfreicher und beruhigender Spruch: „Ein Kind kommt neun Monate und geht neun Monate“!

  • Hautbild
    Die Haut, die sich anfänglich vor allem am Bauch wie eine zu großgewordenen Hülle anfühlt, zieht sich langsam wieder zusammen. Auch die Braunverfärbungen im Gesicht an den Brustwarzen oder an der Mittellinie des Bauches bilden sich zurück. Die eventuell entstandenen Schwangerschaftsstreifen (Striae gravidarum) verändern ihre Farbe von bläulich-rötlich zu silbrig oder perlmutt.

  • Wochenfluss
    Die Uteruswunde, die Haltestelle der Plazenta, blutet noch einige Wochen. Das Wundsekret verändert sich im Verlauf des Wochenbettes von rein blutig über blutig-bräunlich zu grau-weiß-schleimig. Nach ungefähr sechs Wochen sollte der Wochenfluss versiegt sein. Menge, Farbe und Geruch sind dabei ein hilfreicher Indikator für die Heilung der Gebärmutter. In diesen sechs Wochen sollte auch wegen der Infektionsgefahr durch die offene Wunde auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden. Auch ein Besuch im öffentlichen Schwimmbad sollte vorerst noch vermieden werden.

  • Milchbildung (Laktation)
    Schon in der Schwangerschaft begann Deine Brust, sich umzubilden und ist nun gerüstet für das nächste kleine Wunder. Hormonelle Vorgänge sorgen nun neben dem regelmäßigen Anlegen des Neugeborenen spätestens nach 48 Stunden für den sogenannten Milcheinschuss. Das Stillen pendelt sich im Laufe der Zeit ein, sodass Nachfrage und Angebot im direkten Zusammenhang – in Balance – stehen.

  • Körpergewicht
    Nachdem Du mit der Geburt Deines Kindes ungefähr sechs Kilo verloren hast, erfolgt nun ein weiterer Gewichtsverlust durch vermehrte Wasserausscheidung über die Harnwege und heftiges Schwitzen. Dadurch werden schwangerschaftsbedingte Wassereinlagerungen abgebaut.

  • Babyblues
    Die ausgeprägte Hormonumstellung führt bei manchen Frauen zu den sogenannten Heultagen (ich selbst durfte nach der Geburt meines ersten Sohnes viel weinen!) Diese sind beim ersten Kind etwas ausgeprägter und auch umso extremer, je heißersehnter das Baby ist  In der Regel gehen diese Stimmungsschwankungen bald vorbei.


Mögliche Komplikationen

Leider kann es auch in Deiner Rückbildungsphase immer wieder zu Komplikationen kommen. Bitte spreche dann mit Deinem Arzt oder mit Deiner betreuenden Hebamme, wenn folgende Situationen auftreten:

  • Schmerzen im Unterbauch
  • Plötzlich auftretendes Fieber
  • Verhältnismäßig starke Blutungen
  • Wundheilungsstörungen im Dammbereich
  • Inkontinenz (Unfähigkeit, Urin oder Stuhl zu halten)
  • Hämorrhoidalschmerzen
  • Brustentzündung
  • Schmerzen im Beckenring (Scham- oder Steißbein)
  • Verzögerte Rückbildung der Gebärmutter
  • Extremer Babyblues
  • Thromboembolitische Komplikationen (Venenentzündung, Blutpropfbildung)

Bitte lass Deinem Körper Zeit

All diese Rückbildungsprozesse und die Milchbildung laufen zum Glück automatisch ab, kosten aber auch viel Kraft. Daneben müssen sich auch die Darm- und Blasenfunktion anpassen, das Herz-Kreislauf-System stellt sich um und die Atmung kann durch einen Zwerchfellhochstand, der möglicherweise durch den Veränderungsprozess in der Schwangerschaft aufgetreten ist, eingeschränkt sein. Generell fühlen sich viele Frauen in den ersten Wochen nach der Geburt nicht so richtig wohl in ihrem Körper. Der „Babyspeck“ sitzt hartnäckig auf den Hüften – die Haut am Bauch wirkt einige Nummern zu groß, das Becken und der Rumpf sind breiter geworden, die Brüste sind schwer und groß, der Po und die Oberschenkel wirken fülliger und die Schwangerschaftshormone lassen das gesamte Gewebe weicher erscheinen.

Doch keine Panik – das ist normal! Viele Veränderungen bilden sich mit der Zeit wirklich wieder von alleine zurück. Du solltest nur wissen, wie Du die Prozesse in dieser sensiblen Phase positiv unterstützen und fördern kannst. Viele Antworten und Impulse findest Du in diesem Programm, das Dich durch die nächsten Wochen und Monate begleiten möchte. Verfolge gespannt die Veränderungen Deines Körpers, die Wiederherstellung Deiner starken Basis und einer schlanken Silhouette. Finde zu einer Figur, die besser und leistungsfähiger ist, als jemals zuvor.

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